Der Stoff, aus dem die Kirchen sind
Neue Erkenntnisse über den Bau der St.-Stephanus-Kirche Schortens
Mühelos findet Ingeborg Nöldeke immer wieder neue Themen, unter denen sie die St.-Stephanus-Kirche bearbeiten kann. Nach zwei Büchern über den Altar, einem über die Baugeschichte und einem weiteren über die Inneneinrichtung beleuchtet sie nun das Baumaterial, aus dem die Mauern der Kirche aufgeführt worden sind: „Granit, Tuff, Sandstein und Backstein als Baumaterial der mittelalterlichen Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel.“ In keiner anderen Kirche in unserer Region sind, wie hier bei uns in der St.-Stephanus-Kirche, alle diese Steinarten vereint. Im neuen Buch werden der zu Schiff aus der Vulkaneifel geholte Tuff behandelt, eine neue Theorie zu Entstehung und Bedeutung der „Düvelskrallen“ im Sandstein entwickelt und Beispiele für Backsteingotik auch aus anderen Kirchen gezeigt, das Ganze mit vielen, schönen Fotos dargestellt.
Wertvolle Hilfe bei der Analyse der zu Quadern verarbeiteten Granite hat der Geologe Matthias Bräunlich aus Hamburg geleistet. Er ist ein Fachmann für die während der Eiszeit aus Südschweden und Finnland hierher transportierten Findlinge und war im September 2009 zu Besuch in Schortens. Diese Gelegenheit konnte Frau Nöldeke nutzen, um sich die Steine in der Mauer der Kirche persönlich zeigen und erklären zu lassen.
Das Buch „Der Stoff, aus dem die Kirchen sind“ ist im Heiber Verlag, im Buchhandel und in der St.-Stephanus-Kirche zum Preis von 12,00 Euro erhältlich. Informationen zu den verschiedenen Gesteinsarten finden Sie im Internet unter www.kristallin.de. IN

Ingeborg Nöldeke notiert die Erklärungen von Matthias Bräunlich aus Hamburg. Der mit der Ziffer 7 markierte Quader in der Nordwand ist ein Kindar-Granit, der eingebacken in einen Gletscher der Eiszeit aus Småland in Südschweden hierher gekommen ist. Foto: Nöldeke.
